Strupierte Füße

Strupierte füße wortfeiler barbara piontek

Manchmal stolpere ich über Wörter. Meist nicht über solche, die jede:r kennt und benutzt, eher über seltene, die klingen, als hätten sie schon einiges erlebt. Neulich bin ich auf „strupiert“ gestoßen. Ein Wort, das früher wohl viel häufiger durchs Leben torkelte als heute. Und das kam so:Damals gab es Telefonbücher, davor gab es Adressbücher. Soziokulturell … Weiterlesen

Honigkuchenpferd und Maikäfer

Wortfeiler honigkuchenpferd maikäfer

Die Genese des Glücksgeflitters Meine Schweizer Schwiegermutter hat ein Fest gegeben und gestrahlt wie ein Maikäfer. Eigentlich war es ein Kaffeekränzchen hochbetagter Damen, aber sei es drum, der Maikäfer wunderte mich. In Deutschland hätten wir ein Honigkuchenpferd bemüht. Schauen wir mal! Eine kleine Linguistik der Glücksgesichter Im Deutschen grinsen wir wie ein Honigkuchenpferd oder strahlen … Weiterlesen

Georginen, Dahlien und Fontane

Georginen fontane dahlien

Von Namensgeschichten, literarischen Spuren und kolonialem Denken Die war nun selber keine »Försterei« mehr, sondern präsentierte sich als ein villenartiges Landhaus, auf dessen Vorplatz allerlei seltene Pflanzen im Freien oder in großen Kübeln standen: Aloe, Hortensien und Georginen, die gerade damals in die Mode gekommen waren. (Theodor Fontane, Fünf Schlösser, 1888/1889) Georginen? Noch nie gehört? … Weiterlesen

Kesse Sache

Wortfeilerin Kess Wortfeile

Letztens teilte ein Kontakt auf LinkedIn seine Liste der aussterbenden Wörter, die wir unbedingt retten müssen. Ja, ich weiß, nur ein weiterer uninteressanter Post auf der Plattform. Neben belanglosen Wörtern, die ich nicht als „bedroht“ oder interessant ansehe, listete er das Wort „kess“.

Da dachte ich nach: Was fällt mir zum Adjektiv „kess“ ein?

„Kess“ stammt für mich aus einer Zeit, in der mich alte, weiße Männer „Fräulein Bärbel“ nannten, was mich bereits als 10-Jährige gestört hat. Eine Bärbel war und ist für mich steinalt und langweilig, das bin ich nicht. Genau wie „Babsi“, das finde ich ganz, ganz schrecklich, klingt nach „Wendy“ oder sonstigen Mädchenromanen. Oder wenn ich in der Deutschschweiz zu „‘s Bärbeli“ werde, weil Diminutive und Kosenamen so schön sind. Nein, sind sie nicht. Ich heiße Barbara. Punkt. Zurück zu „kess“.

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Vom Klönen und Chlönen.

Klönen chlönen wortfeiler

Klönen war für mich immer ein norddeutsches Verb, genau wie Klönschnack eine typische Hamburger Sache ist. Und dann kommt mein weltbester Mann (gebürtiger Zürcher) um die Ecke und sagt: Ach, das ewige Geklöne von …! Moment! Was hat er gesagt? Deutschschweizer kennen das Wort klönen? In der Deutschschweiz klönt jemand? Fast. Lust auf ein wenig Wortwissen und Etymologie zum Verb klönen? Könnt Ihr haben!

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Herzlich willkommen. Von Herzen. Mit Schmerzen.

Wenn eulen heulen

Auf wie vielen Internetseiten wurden Sie bereits willkommen geheißen? Ich schätze, jede zweite Internetpräsenz überfällt unschuldige, nichtsahnende Besucher mit den Worten: Herzlich Willkommen auf unserer Homepage. Natürlich ist das falsch. Formal sowieso und inhaltlich meist auch.

Sobald diese Worte erscheinen, zucke ich leicht mit den Augenbrauen. Meist sind diese hingeworfenen Buchstaben nämlich nicht einmal korrekt geschrieben, geschweige denn ernst gemeint. Das wird spätestens klar, wenn ich mir die komplette, leider oft lieblos gestaltete Website anschaue. Da könnte man auch gleich schreiben: Kommense rein, kommense ran, hier werden Sie genauso verarscht wie nebenan. Macht aber keiner. Dafür das herzliche Willkommen, natürlich falsch geschrieben.

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Es sind (zwar nur) funktionale und ein Keks der VGWort, aber ich weise darauf hin, dass diese Website Cookies verwendet. Bitte wählen!

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