Neulich nachts um drei: Während ich dem Ruf der Natur folge, antwortet diese mit einem entspannten „Kuckuck“. Ein wenig irritiert lausche ich, es folgt ein weiteres „Kuckuck“. Schnell habe ich herausgefunden, dass der Kuckuck, je nach Temperatur, nur zwischen April und Juli ruft. Ja, auch nachts.
Deutsch
Vom Klönen und Chlönen.
Klönen war für mich immer ein norddeutsches Verb, genau wie Klönschnack eine typische Hamburger Sache ist. Und dann kommt mein weltbester Mann (gebürtiger Zürcher) um die Ecke und sagt: Ach, das ewige Geklöne von …! Moment! Was hat er gesagt? Deutschschweizer kennen das Wort klönen? In der Deutschschweiz klönt jemand? Fast. Lust auf ein wenig Wortwissen und Etymologie zum Verb klönen? Könnt Ihr haben!
Herzlich willkommen. Von Herzen. Mit Schmerzen.
Auf wie vielen Internetseiten wurden Sie bereits willkommen geheißen? Ich schätze, jede zweite Internetpräsenz überfällt unschuldige, nichtsahnende Besucher mit den Worten: Herzlich Willkommen auf unserer Homepage. Natürlich ist das falsch. Formal sowieso und inhaltlich meist auch.
Sobald diese Worte erscheinen, zucke ich leicht mit den Augenbrauen. Meist sind diese hingeworfenen Buchstaben nämlich nicht einmal korrekt geschrieben, geschweige denn ernst gemeint. Das wird spätestens klar, wenn ich mir die komplette, leider oft lieblos gestaltete Website anschaue. Da könnte man auch gleich schreiben: Kommense rein, kommense ran, hier werden Sie genauso verarscht wie nebenan. Macht aber keiner. Dafür das herzliche Willkommen, natürlich falsch geschrieben.
Von Gesocks und Strümpfen.
Als gebürtige Ruhrgebietseinwohnerin habe ich von Haus aus eine Neigung zu direkten, verbalen Äußerungen – ich motze und verwende Schimpfwörter. Daran konnte der ostpreußische Teil meiner Familie, der von dialektalen Verbalverwüstungen gar nichts hielt, und auch nicht der Schweizer Teil der Familie, der Euphemisierungen und Konjunktivierung kulturell bedingt lebt, nichts ändern. Kurz: Ich fluche wie … Weiterlesen
Als wie wennze Goethe wärs
Da steh‘ ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Kennen wir alle, oder? Das hat Johann Wolfgang von Goethe im Faust geschrieben — klassische Bildung!
Goethe hatte Glück, denn als er sein Werk schrieb und veröffentlichte, gab es den Duden noch nicht, ergo gab es keine verbindliche und auch keine einheitliche Rechtschreibung und Grammatik der deutschen Sprache. Ein Grund, warum Goethe machen konnte, was er wollte! Und das tat er, wie wir an dem Konstrukt als wie sehen.
Halten Sie Abstand!
Es gibt Fehler und Fehler. Das ist menschlich. Niemand kann alles wissen und Fehler zu machen gehört dazu. Ich korrigiere sie alle, die Fehler. Aber besonders gerne Typografie-Fehler: Ich mag mich mit der Druckerkunst, Setzkästen und Typografie beschäftigen. Außerdem werden Typografiefehler oft und gerne übersehen. Grafiker und Mediengestalter lieben oder hassen mich deswegen. Damit kann ich sehr gut leben. (Duden empfiehlt übrigens die Schreibweise Typografie, erlaubt mir aber alternativ auch meine bevorzugte, nämlich Typographie.)
Die Abkürzung Typo steht für die Gestaltung von Druckerzeugnissen und digitalen Medien mittels Schrift, Fotos/Bildern, Linien und Flächen. Natürlich könnte ich noch mehr über Mikrotypografie und Makrotypografie erzählen, aber es geht um Typo-Fehler und dabei heute um fehlende Abstände in Abkürzungen. Ich bin mir sicher, viele werden erstaunt sein, wie viele Abkürzungen wir tagtäglich verwenden — inklusive fehlender Leerzeichen. Die folgenden Fehler tauchen mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit in jedem PDF auf, das ich zur Bearbeitung bekomme.