Kesse Sache

Wortfeilerin Kess Wortfeile

Letztens teilte ein Kontakt auf LinkedIn seine Liste der aussterbenden Wörter, die wir unbedingt retten müssen. Ja, ich weiß, nur ein weiterer uninteressanter Post auf der Plattform. Neben belanglosen Wörtern, die ich nicht als „bedroht“ oder interessant ansehe, listete er das Wort „kess“.

Da dachte ich nach: Was fällt mir zum Adjektiv „kess“ ein?

„Kess“ stammt für mich aus einer Zeit, in der mich alte, weiße Männer „Fräulein Bärbel“ nannten, was mich bereits als 10-Jährige gestört hat. Eine Bärbel war und ist für mich steinalt und langweilig, das bin ich nicht. Genau wie „Babsi“, das finde ich ganz, ganz schrecklich, klingt nach „Wendy“ oder sonstigen Mädchenromanen. Oder wenn ich in der Deutschschweiz zu „‘s Bärbeli“ werde, weil Diminutive und Kosenamen so schön sind. Nein, sind sie nicht. Ich heiße Barbara. Punkt. Zurück zu „kess“.

Weiterlesen

Allerbeste Textertipps für allerfeinste Texte! Alles Quatsch!

Texttipp und textertipp

Texttipps, Textertipps, Schreibtipps, Schreibratgeber, Bücher, Videos, bestimmt gibt es auch Tutorials zum besseren Schreiben und perfekten Texten. Alle erklären, wie Texte ganz leicht, ganz schnell und ganz perfekt geschrieben werden. Alle scheinen sehr verständlich, absolut nachvollziehbar und problemlos nachzumachen.

Die unschlagbaren Tipps optimieren jegliche Texte so, dass Suchmaschinen jede Website, Landingpage, jeden Social-Media-Post, jedes Blog und jeden Artikel ganz sicher ganz weit vorne platzieren. Alle Kund:innen und sämtliche Lesende und Follower:innen betteln quasi verzweifelt um Aufmerksamkeit und rennen uns dermaßen die Bude ein, dass wir kaum noch nachkommen.

Das möchte man uns weismachen.
Aber das ist hanebüchener Quatsch.
Ja, richtig gelesen:

Texttipps und Textertipps sind völliger Unsinn!

Weiterlesen

Vom Klönen und Chlönen.

Klönen chlönen wortfeiler

Klönen war für mich immer ein norddeutsches Verb, genau wie Klönschnack eine typische Hamburger Sache ist. Und dann kommt mein weltbester Mann (gebürtiger Zürcher) um die Ecke und sagt: Ach, das ewige Geklöne von …! Moment! Was hat er gesagt? Deutschschweizer kennen das Wort klönen? In der Deutschschweiz klönt jemand? Fast. Lust auf ein wenig Wortwissen und Etymologie zum Verb klönen? Könnt Ihr haben!

Weiterlesen

Herzlich willkommen. Von Herzen. Mit Schmerzen.

Wenn eulen heulen

Auf wie vielen Internetseiten wurden Sie bereits willkommen geheißen? Ich schätze, jede zweite Internetpräsenz überfällt unschuldige, nichtsahnende Besucher mit den Worten: Herzlich Willkommen auf unserer Homepage. Natürlich ist das falsch. Formal sowieso und inhaltlich meist auch.

Sobald diese Worte erscheinen, zucke ich leicht mit den Augenbrauen. Meist sind diese hingeworfenen Buchstaben nämlich nicht einmal korrekt geschrieben, geschweige denn ernst gemeint. Das wird spätestens klar, wenn ich mir die komplette, leider oft lieblos gestaltete Website anschaue. Da könnte man auch gleich schreiben: Kommense rein, kommense ran, hier werden Sie genauso verarscht wie nebenan. Macht aber keiner. Dafür das herzliche Willkommen, natürlich falsch geschrieben.

Weiterlesen

Von Gesocks und Strümpfen.

gehäkelte strümpfe oder socken in grau und weiß

Als gebürtige Ruhrgebietseinwohnerin habe ich von Haus aus eine Neigung zu direkten, verbalen Äußerungen – ich motze und verwende Schimpfwörter. Daran konnte der ostpreußische Teil meiner Familie, der von dialektalen Verbalverwüstungen gar nichts hielt, und auch nicht der Schweizer Teil der Familie, der Euphemisierungen und Konjunktivierung kulturell bedingt lebt, nichts ändern. Kurz: Ich fluche wie … Weiterlesen

Als wie wennze Goethe wärs

Wortfeiler als und wie deutsch rechtschreibung

Da steh‘ ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Kennen wir alle, oder? Das hat Johann Wolfgang von Goethe im Faust geschrieben — klassische Bildung!

Goethe hatte Glück, denn als er sein Werk schrieb und veröffentlichte, gab es den Duden noch nicht, ergo gab es keine verbindliche und auch keine einheitliche Rechtschreibung und Grammatik der deutschen Sprache. Ein Grund, warum Goethe machen konnte, was er wollte! Und das tat er, wie wir an dem Konstrukt als wie sehen.

Weiterlesen

Es sind (zwar nur) funktionale und ein Keks der VGWort, aber ich weise darauf hin, dass diese Website Cookies verwendet. Bitte wählen!

Datenschutzerklärung